Die Gründung von Samba Maria

1985 befanden zwei absolute Fasnachtsmuffel die Langenthaler Fasnacht für fade und langweilig. Es fehlte ihnen das andere, das aussergewöhnliche kurz das lateinamerikanische Element! Daher beschlossen sie, dies zu ändern und selber eine entsprechende Gruppe zu gründen.

Gebrüder Zimmerli Die Zimmerli Brothers - undatiertes, uraltes Foto

Simeon Jakob, Lehrer und schräger Bassist und Ruedi Lanz, Jurastudent und Möchtegern-Musiker gründeten im Frühjahr 1985 zusammen mit den Zimmerli Brüdern (Beat und Sam) Zimmerlis das Grundgerippe von Samba Maria. Sie suchten keine bestandenen Musiker, sondern gingen auf Ihre Bekannten los und versuchten jene von Ihrer Idee zu überzeugen ein Instrument zu erlernen. Als die Bläsersektion eine Grösse von zehn MusikerInnen erreichte, kamen noch drei erfahrene Leute dazu. Fertig war die Gruppe, welche später an vielen Anlässen für gute Stimmung sorgen sollte.

Die Percussions-Gruppe lief von Anfang an autonom. Zimmerlis waren schon seit Jahren an der Fasnacht anzutreffen. Ihr Stammlokal war der Sternen, eine Langenthaler Spunte mit der unverwüstlichen Erika im Service. Dort sorgten Sie mit Ihren Percussion-Sessions für gute Stimmung machmal aber auch für Überdruss. So behaupten böse Zungen, dass nicht wenig Geld über die Theke floss um die "Trümmelibuebe" auf einen Drink einzuladen, damit zwischendurch die Ruhe einkehren konnte! Unter der Leitung von Willi Zulliger lernte die Rhythmusgruppe verschiedene Sambarhythmen zum Teil auch mit Gesang.

Villa Gugelmann

Erstes Übungslokal

Das erste Übungslokal war in der ehrwürdigen Villa Gugelmann, dazumals das Autonome-Jugend-Zentrum von Langenthal. Schnell wurde eingesehen, dass ein einmaliges Treffen pro Woche nicht reichen würde, um schon 1986 die Langenthaler Fasnachtsszene aufzumischen. Also entschloss man sich zu einem Übungswochenende auf dem Napf. In diesem ersten Trainingslager wurde dann auch der Name Samba Maria für unsere Gruppe kreiert. Das erste unter der Leitung von Sime einstudierte Bläserstück hiess "Marie leg d'Holzschueh ah". Das Zusammentreffen der feurigen Sambarhythmen mit dem eher bedächtigen, volkstümlichen Song (Marie leg d'Holzschueh ah) ergab den Bandnamen von selbst. Das Zusammenkommen dieser zwei Kulturen ergab nicht nur den Namen sondern übertrug sich auf die ganze Gruppe und ist bis heute das Salz in der Suppe geblieben.

Der Fasnachtsstartschuss von Samba Maria wurde dann 1986 im Solothurner Bahnhofsbuffet gegeben. Der erste Fasnachtsabend, an welchem später auch der Feuerschlucker Charly Molotow Samba Maria begleitete, wurde zum vollen Erfolg.

Zweitrangig für Samba Maria ist das Fasnachtskostüm. Entweder wird ein bestimmtes Motto, ein bestimmter Stoff oder auch nur eine bestimmte Farbe ausgelesen. Jeder Einzelne kann dann daraus machen was er will. So entstehen zum Teil witzige, phantasievolle Eigenkreationen und zum Teil auch recht einfache Kostüme. Im zweiten Jahr wurde zum Beispiel das Motto Mexiko bestimmt. Ein Posaunist nahm dazu eine Militärwolldecke, machte einen Schlitz für den Kopf hinein und fertig war der Poncho mit Schweizer Kreuz auf der Brust.

Samba Maria ist nicht eine ausschliessliche Fasnachtsclique wie man sie zu Hunderten kennt. Von Anfang an, hatten wir auch Auftritte durchs ganze Jahr hinweg. Samba Maria ist nie der Langenthaler Fasnachtsgesellschaft LFG beigetreten. Dies bedeutet einerseits, dass wir an keinen Anlässen der LFG, wie Umzug, Gönnerabend teilnehmen dürfen, andererseits sind wir gerade dadurch unabhängig und flexibel. Wir haben nie "gekässelt" und sind oft bis in die frühen Morgenstunden unterwegs, während sich andere Guggen auf den Umzug vorbereiten. Samba Maria hat es geschafft musikalische Akzente in der Langenthaler Fasnacht zu setzen mit denen wir uns von anderen Guggen unterscheiden, welche aber immer öfter von anderen Guggen übernommen werden.

Undatiertes Foto einer Langenthaler Fasnacht undatiertes Bild aus den Anfängen von Samba Maria. Aufgetaucht am Pensionsfest von Willi im 2017